Die KlimaFood-Ideenkiste im Ganztag: Ernährungsbildung und spielerische Zugänge zu Nachhaltigkeit
- Beitrag mit Einleitung und Bild:
- Veröffentlichungsort und Datum:
Flensburg, 24.04.2026, Einleitung (max. 300 Zeichen):
Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit sind große Themen. Die KlimaFood-Ideenkiste hilft bei der passenden Aufbereitung. Kreative Materialien, praxiserprobte Spiele und spannende Projektideen erleichtern den Zugang und fördern die Freude am Lernen., Einleitungsbild:
, Landesverband:
Bundesverband, Veröffentlichungsjahr:
2026
- Veröffentlichungsort und Datum:
Flensburg, 24.04.2026, Einleitung (max. 300 Zeichen):
Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit sind große Themen. Die KlimaFood-Ideenkiste hilft bei der passenden Aufbereitung. Kreative Materialien, praxiserprobte Spiele und spannende Projektideen erleichtern den Zugang und fördern die Freude am Lernen., Einleitungsbild:
Ernährungsbildung neu denken
Die Praxis zeigt: Klassische Ansätze der Ernährungsbildung erreichen nicht alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen. Ganztagsangebote bieten hier die Chance, vielseitigere Lern- und Erfahrungsräume zu eröffnen und jungen Menschen eine ganzheitlichere Förderung zu ermöglichen. Wie Ernährungsbildung im Ganztag niedrigschwellig, alltagsnah und wirksam gestaltet werden kann, zeigt die KlimaFood-Ideenkiste: Eine vielseitige Materialsammlung, die hier kostenfrei zum Download zur Verfügung steht.
Die KlimaFood-Ideenkiste im Überblick
Die Ideenkiste gibt zahlreiche Ideen und Anstöße, um Ernährungsbildung flexibel in den Ganztag zu integrieren. Sie enthält:
- Relevante Hintergründe zu Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit,
- Vier KlimaFood-Konzepte mit Umsetzungsbeispielen aus der Praxis,
- Zu den Konzepten passende als auch losgelöst einsetzbare Aktionsideen und Spiele,
- Tipps und Tricks für die Planung und Durchführung von Ernährungsbildungsaktionen,
- Gesundheitsfördernde und nachhaltige Rezepte.
Durch die
Anpassbarkeit auf unterschiedliche Rahmenbedingungen ist die KlimaFood-Ideenkiste für diverse Bedarfe geeignet. Die Materialien sind untereinander kombinierbar und reichen von kurzen, spontan einsetzbaren Aktionen bis hin zu tagesfüllenden Programmen und Vorhaben, die für eine ganze Projektwoche geeignet sind.
Abbildung 1: Die KlimaFood-Ideenkiste
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Tipp: Die Hintergrundinformationen zu Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit sind auch kostenfrei als Selbstlernvideos verfügbar. |
Orientierung im Material durch Themenfelder und Hashtags
Nachhaltige und gesundheitsförderliche Ernährung wird in der KlimaFood-Ideenkiste anhand von sieben Themenbereichen erschlossen (Abbildung 2).
Abbildung 2: Tipps für eine gesundheitsförderliche und klimafreundliche Ernährung
- Die Themen sind jeweils als handlungsorientierter Tipp für den Alltag benannt.
- Die dazugehörigen Materialien fördern Wissen und Kompetenzen, um die Umsetzung zu erleichtern.
- Die Zuordnung der Materialien zu den jeweiligen Themen erfolgt durch eine farbliche und symbolische Kennzeichnung (Abbildung 2 und 3).
- Ihre Anwendung wird übersichtlich auf Karten beschrieben (Abbildung 4). Druckdateien zu Arbeitsblättern, Spielkarten u. Ä., die teilweise benötigt werden, sind durch Verlinkungen oder QR-Codes schnell auffindbar.
Ergänzend erleichtert ein alternatives Inhaltsverzeichnis mit Hashtags die Nutzung. So können Materialien schnell und bedarfsgerecht ausgewählt werden. Nützliche Hashtags sind z. B.:
- #Draußen: Spiele und Aktionen, die gut für draußen geeignet sind,
- #Mini-Spiele: Kurze Aktionen und Spiele zu verschiedenen Themen,
- #Food Literacy: Spiele und Aktionen, die für die Bereiche DaZ und Alphabetisierung geeignet sind und das Thema Spracherwerb mit Ernährung verbinden.
Abbildung 3: Ein Blick auf exemplarische Karten der KlimaFood-Ideenkiste
Didaktische Rahmung: Die KlimaFood-Konzepte im Ganztag
Die KlimaFood-Konzepte zeigen vier grundlegende Herangehensweisen für Ernährungsbildung:
Hier übernehmen junge Menschen selbst die Rolle der Vorbereitenden und Durchführenden. Sie vermitteln anderen Kindern und Jugendlichen Ernährungswissen und Kochfertigkeiten. Auf diese Weise vertiefen und reflektieren sie die Inhalte besonders nachhaltig.
Lebensmittel werden praktisch entdeckt: Schneiden, Würzen, Kombinieren und Verkosten stehen im Mittelpunkt. Dabei wird bewusst auf unterschiedliche Vorerfahrungen und Kenntnisse eingegangen. Wer noch etwas Zutrauen gewinnen muss, kann sich z. B. durch das Waschen der unverarbeiteten Lebensmittel niedrigschwellig bei der Vorbereitung einbringen.
Bei diesem Konzept geht es um den Wortschatzaufbau anhand des Themas Essen und Trinken. Gleichzeitig werden küchenpraktische Fertigkeiten und typische Situationen aus dem Ernährungsalltag gemeinsam eingeübt. Mithilfe eines Foto-Rezeptes wird gemeinsam ein Gericht gekocht. Ausgehend vom Rezept können verschiedene Aspekte nachhaltiger Ernährung besprochen werden, z. B. die Saisonalität von Gemüse. Lecker Deutsch ist für den DaZ/DaF-Bereich geeignet.
Ernährungsbildung wird zum kreativen Projekt. In der Projektwoche Hip-Hop & Food werden bspw. Ernährungsbildung und musikalische Ausdrucksform verbunden: Kinder setzen sich mit den Zusammenhängen von Ernährung und Klima auseinander und entwickeln alltagstaugliche Ideen für eine gesündere und klimafreundlichere Ernährung. Durch das Schreiben eigener Rap-Texte reflektieren sie die Inhalte in ihrer eigenen Sprache, während gemeinsames Kochen die praktische Umsetzung stärkt.
Für alle Konzepte gilt: Spielen steigert die Bereitschaft, sich mit Ernährung auseinanderzusetzen, schafft niedrigschwellige Zugänge und verbessert das Speichern von Wissen. Die KlimaFood-Spiele können in den vorgestellten Konzepten stets ergänzt werden und sind zugleich losgelöst einsetzbar.

Abbildung 4: Aufbau der Karten in der KlimaFood-Ideenkiste (Vorderseite)
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Tipp: Die KlimaFood-Praxisbeispiele geben konkrete Einblicke, wie andere Einrichtungen die Konzepte und Materialien erfolgreich eingesetzt und individuell für sich angepasst haben. Hier sind z. B. zwei Veranstaltungen in offenen Kinderclubs beschrieben, in denen Lernen durch Anleiten angewendet wurde (ab S. 39). Auch die gelungene Umsetzung der bereits erwähnten Projektwoche Hip-Hop & Food als Ferienangebot wird aufgezeigt (ab S. 43). |
Niedrigschwellig starten: Erste Schritte in der Praxis
Für den Einstieg empfiehlt es sich, zunächst ein Thema auszuwählen, das gut zur Gruppe passt. Das Bewegungsspiel Einmal um die Welt regt z. B. dazu an, sich mit der Regionalität von Lebensmitteln zu beschäftigen. Das Spiel kann sowohl in der Turnhalle als auch auf dem Schulhof gespielt werden. Im Sinnesparcours geht es darum, seine fünf Sinne (Sehen, Tasten, Hören, Riechen, Schmecken) in einfachen Rätselaufgaben auf die Probe zu stellen und zugleich die eigenen Lebensmittelkenntnisse zu erweitern. Solche kleinen, gut umsetzbaren Aktionen erleichtern den Start und lassen sich schrittweise erweitern. Auch gemeinsames Kochen hat sich besonders bewährt. Die KlimaFood-Rezepte sind kindgerecht und gut für das Kochen mit Gruppen geeignet. Spielen und gemeinsames Kochen schaffen unbeschwerte Gesprächsanlässe, fördern praktische Kompetenzen und kreieren ein positives Lernerlebnis mit Ernährungsbezug.
Abbildung 5: KlimaFood-Spiele in Aktion
Fazit: Startklar für nachhaltige Ernährungsbildung mit der KlimaFood-Ideenkiste!
Die KlimaFood-Ideenkiste macht Ernährungsbildung im Ganztag lebendig, praxisnah und das Thema nachhaltige Ernährung für junge Menschen alltagsrelevant. Durch die Kombination aus Aktivität, Mitgestaltung, Spiel und Lebensweltbezug entstehen Angebote, die Kinder und Jugendliche tatsächlich erreichen und so ihre Wirkung entfalten können.
Hintergrund: Das KlimaFood-Projekt
KlimaFood war ein Projekt im Rahmen des Nationalen Aktionsplans IN FORM, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Von 2020 bis 2024 entwickelte die Europa-Universität Flensburg gemeinsam mit Praxispartner:innen neue Ansätze für Ernährungsbildung. Ziel war es, unter anderem Kinder und Familien besser in bestehenden Strukturen ihrer Lebenswelten zu erreichen und ihre Ernährungskompetenz zu stärken. Die Materialien entstanden in Kooperation mit Multiplikator:innen, wurden in Schleswig-Holstein erprobt, anschließend bundesweit eingesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt. Weitere Informationen zum KlimaFood-Projekt finden Sie hier.
Autorinnen:
Ronja-Christina Krüger (M.Sc. Nachhaltige Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft)
Janina Kopp (M.Sc. Ökotrophologie, Ernährungsberaterin/DGE)
Die Autorinnen arbeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen an der Europa-Universität Flensburg im IN FORM-Verbundprojekt „Gesund und nachhaltig essen mit kleinem Budget - gemeinsam Ernährungsarmut begegnen“.

