Nachrichten aus Hessen

EINLADUNG - zur On­li­ne-Fach­ta­gung des Lan­des­ver­ban­des Hes­sen

Wann: 16. 09. 2021

Zeit: 14.30 – 18.00 Uhr

Lei­tung: Dr. Guido Seel­mann-Eg­ge­bert

Thema: Bil­dung braucht jetzt den Ganz­tag!!!

Mo­de­ra­ti­on: Dana Birk und Ste­fa­nie Lange

Be­ginn: 14.30 Uhr

Be­grü­ßung durch die Mo­de­ra­to­rin­nen und kurze Pro­gramm­vor­stel­lung

14.50 Uhr Ein­füh­rungs­re­de des Lan­des­vor­sit­zen­den Dr. Guido Seel­mann-Eg­ge­bert

15.10 Uhr Dr. Vol­ker Titel (Aka­de­mie für Ganz­tags­schul­päd­ago­gik) / Mi­cha­el Sch­mitt (Ser­vice Agen­tur Ganz­tä­gig Ler­nen Hes­sen): Per­so­nal­qua­li­fi­zie­rung als Be­stand­teil der Qua­li­täts­ent­wick­lung.

15.30 Uhr Work­shops:

1. Die ge­gen­wär­ti­ge Be­deu­tung ganz­tä­gi­ger Bil­dung in der Sek I. (Lei­tung: Dana und Chris­ti­an Büh­ler)

2. Die ge­gen­wär­ti­ge Be­deu­tung ganz­tä­gi­ger Bil­dung in der Grund­schu­le (Lei­tung: (Ste­fa­nie Lange / Su­san­ne Jo­hann)

3. Me­di­en-Bil­dung im Ganz­tag, (Dr. Vol­ker Titel, AfG)

4. Das Kon­zept der Ganz­tags­klas­sen an der Leib­niz­schu­le, Gym­na­si­um in Of­fen­bach, (Matt­hi­as Schä­fer/ Julia Höf­lich/ Chris­ti­an Büh­ler)

5. „School Life Balan­ce“ – wie kann Ganz­tags­schu­le zur men­ta­len, phy­si­schen und psy­chi­schen Ge­sund­heit bei­tra­gen? (Maike Wied­wald, GEW)

6. Der „Darm­städ­ter Weg“ - ein „Sil­ber­streif“ am hes­si­schen Ganz­tags­schul-Ho­ri­zont: Neu durch­kal­ku­liert und pra­xi­ser­probt (Dr. Wal­ter Schnitz­span/ Bil­dungs­bei­rat Wei­ter­stadt, Man­fred Schi­wy/ Schul­lei­ter i.R., Ger­hard Kraft/ Schul­lei­ter i.R.)

7. Ko­ope­ra­ti­ons­feld "Schu­le und Ve­rein" - eine wich­ti­ge Brücke zum Wie­der­ein­stieg für Kin­der und Ju­gend­li­che (Ste­phan Schulz-Algie, Sport­bund Hes­sen)

16.30 – 16.45 Uhr Pause

16.45 Uhr Prof. Dr. Olaf-Axel Burow (Die Co­ro­na-Chan­ce: Sie­ben Schrit­te zur „Re­si­li­en­ten Schu­le“)

17.30 Uhr Auss­pra­che zum Vor­trag

18.00: Ende der Ver­an­stal­tung

Die Ver­an­stal­tung fin­det in Ko­ope­ra­ti­on mit der Aka­de­mie für Ganz­tags­schul­päd­ago­gik (AfG) und die Ser­vice­agen­tur Ganz­tä­gig Ler­nen Hes­sen statt.

Zur Teil­nah­me ein­ge­la­den sind Mit­glie­der des Ver­ban­des, Lehr­kräf­te und päd­ago­gi­sches Per­so­nal in den Schu­len, Ver­tre­ter*in­nen von Schuläm­tern und Schul­trä­ger aber auch In­ter­es­sier­te der AfG und der Ser­vice Agen­tur Ganz­tä­gig Ler­nen Hes­sen. Die Teil­nah­me ist kos­ten­frei.

Die An­mel­dung ist ab 01.07.2021 hier mög­lich. Bitte mel­den Sie sich mög­lichst bis zum 15.07.2021 an. Die Teil­neh­mer­zahl ist be­grenzt.

Nach er­folg­ter An­mel­dung er­hal­ten Sie eine An­mel­de­be­stä­ti­gung per Mail, soll­ten Sie keine er­hal­ten prü­fen Sie bitte Ihren SPAM-Ord­ner und wen­den sich erst da­nach an den Ver­an­stal­ter: lv-hes­sen@­ganz­tags­schul­ver­band.de

Alle In­for­ma­tio­nen zu den vir­tu­el­len Ver­an­stal­tungs­räu­men ver­sen­den wir in der Woche vor der Fach­ta­gung per Mail.

Dr. Guido Seel­mann-Eg­ge­bert, Lan­des­vor­sit­zen­der

Zur An­mel­dung

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Aus dem hes­si­schen Land­tag

Wies­ba­den im Juni 2021. In einer „Klei­nen An­fra­ge“ der SPD im Hes­si­schen Land­tag vom 29.1. 2021 wur­den 7 Fra­gen zur Ganz­tags­schul­ent­wick­lung von Kul­tus­mi­nis­ter Prof. Lorz be­ant­wor­tet.

Von Dr. Guido Seel­mann-Eg­ge­bert, Lan­des­vor­sit­zen­der Hes­sen

Vor­be­mer­kung Fra­ge­stel­ler:

Im Schul­jahr 2019/2020 ar­bei­te­ten 611 Schu­len in Pro­fil 1 und 224 Schu­len in Pro­fil 2. 109 Schu­len ar­bei­te­ten als ge­bun­de­ne Ganz­tags­schu­len in Pro­fil 3. Ins­ge­samt 253 Grund­schu­len und Grund­stu­fen von För­der­schu­len nah­men am Pakt für den Nach­mit­tag teil. 473 all­ge­mein­bil­den­de Schu­len nah­men an kei­ner­lei Ganz­tags­pro­gramm teil.

Im Schul­jahr 2019/2020 nah­men 35.336 Schü­le­rin­nen und Schü­ler aus 26 Schul­trä­ger­be­zir­ken in 253 Schu­len am Pakt für den Nach­mit­tag teil. An 28 Pakt­schu­len wur­den im Schul­jahr 2018/2019 für die Zeit bis 14.30 Uhr El­tern­bei­trä­ge er­ho­ben, die sich lan­des­weit zwi­schen 10 € und 89 € pro Monat be­weg­ten. Für die Teil­nah­me an Bil­dungs- und Be­treu­ungs­an­ge­bo­ten in der Zeit nach 14.30 Uhr wur­den gemäß der Ant­wort der Lan­des­re­gie­rung auf die Klei­ne An­fra­ge 20/956 von 208 Pakt­schu­len El­tern­bei­trä­ge er­ho­ben, die sich lan­des­weit je nach Um­fang der in An­spruch ge­nom­me­nen Leis­tun­gen zwi­schen 35€ und 170 € pro Monat be­weg­ten.

Vor­be­mer­kung Kul­tus­mi­nis­ter:

Im lau­fen­den Schul­jahr 2020/2021 ar­bei­ten ins­ge­samt 1.225 Schu­len im Lan­des­pro­gramm. Dies sind 73 % aller Schu­len der Pri­mar­stu­fe und der Se­kun­dar­stu­fe I. Ins­be­son­de­re der An­teil der Grund­schu­len und ver­bun­de­nen Grund­schu­len, die in einem Lan­des­pro­fil ar­bei­ten, konn­te in den letz­ten Jah­ren enorm ge­stei­gert wer­den. Zu Be­ginn des Schul­jah­res 2013/2014 nah­men 38 % aller Grund­schu­len und ver­bun­de­nen Grund­schu­len an einem Ganz­tags­pro­fil teil. Im lau­fen­den Schul­jahr konn­te der An­teil auf 64 % ge­stei­gert wer­den. Bei der Teil­nah­me von Schü­le­rin­nen und Schü­lern an ganz­tä­gi­gen An­ge­bo­ten be­legt Hes­sen im bun­des­wei­ten Ver­gleich der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz von 2018 den vier­ten Platz. Der Aus­bau ganz­tä­gi­ger An­ge­bo­te in Hes­sen ist auch das Er­geb­nis einer guten und ste­ti­gen Ko­ope­ra­ti­on mit den Schul­trä­gern. In den zu­rück­lie­gen­den, her­aus­for­dern­den Mo­na­ten der welt­wei­ten Co­ro­na­pan­de­mie haben sich die viel­fäl­ti­gen ganz­tä­gi­gen An­ge­bo­te in den Schu­len bes­tens be­währt und ge­zeigt, dass sie auch auf fle­xi­ble An­for­de­run­gen und Be­dar­fe für die Ein­rich­tung von Not­be­treu­un­gen Diese Vor­be­mer­kun­gen vor­an­ge­stellt, be­ant­wor­te ich die Klei­ne An­fra­ge wie folgt:

Lesen Sie alle Fra­gen und Ant­wor­ten im Wort­laut hier nach.

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Kom­men­tar zum Ge­setz­ent­wurf zur An­pas­sung des HSG

von Dana Birk/ Ste­fa­nie Lang/ Su­san­ne Jo­hann, Lan­des­ver­band Hes­sen

Wies­ba­den 11.04.2021. Bei dem Ge­setz­ent­wurf fällt auf – wie bei vie­len Ak­tio­nen des HKM in der Co­ro­na-Krise – dass wie­der Schu­len, die ganz­tä­gig ar­bei­ten, nicht mit­be­dacht wur­den.

In der „Richt­li­nie für ganz­tä­gig ar­bei­ten­de Schu­len in Hes­sen nach §15 HSG“ wird ex­pli­zit die „Ver­zah­nung von Un­ter­richt, Ganz­tags­an­ge­bo­ten und an­de­ren schu­li­schen Vor­ha­ben“ (2.2) ge­for­dert.

Wir wer­den nicht müde, an die­ses wich­ti­ge Vor­ha­ben zu er­in­nern. Es ist die Basis, die für eine gute Ganz­tags­ar­beit an Schu­len von Sei­ten des HKM ge­legt wer­den muss.

Ge­setz­lich ver­an­ker­te Ver­zah­nung von Un­ter­richt und ganz­tä­gi­gen An­ge­bo­ten

Wir brau­chen, um die in den Cur­ri­cu­la auf­ge­zeig­te ganz­heit­li­che Bil­dung auch in der Co­ro­na­kri­se für alle Kin­der und Ju­gend­li­chen ge­währ­leis­ten zu kön­nen, be­son­ders jetzt die kon­se­quen­te Ver­zah­nung von Un­ter­richt und Ganz­tag.

Ins­be­son­de­re im über­fach­li­chen Be­reich der so­zia­len und per­so­na­len Kom­pe­ten­zen kön­nen di­gi­ta­le An­ge­bo­te zwar me­dien­be­zo­gen bil­dungs­er­wei­tern­de Aspek­te er­fül­len, der Grad an ganz­heit­li­cher Bil­dung gerät aber par­al­lel dazu in Ge­fahr. Er ver­schmä­lert sich und gerät leicht in einen Kor­ri­dor der rein di­gi­ta­len Fle­xi­bi­li­tät, die sich nicht auf die Le­bens­wirk­lich­keit und Zu­kunft der Kin­der und Ju­gend­li­chen über­tra­gen lässt.

Ak­tu­ell und in den kom­men­den Mo­na­ten sind die Lehr­kräf­te not­wen­di­ger­wei­se vor allem damit be­schäf­tigt, mit den Jahr­gangs­stu­fen die Lern­zie­le ihrer Fä­cher zu er­rei­chen. Vor dem Hin­ter­grund, dass so­zia­le und per­so­na­le Kom­pe­ten­zen als Be­din­gung für eine er­folg­rei­che Lern- und Ent­wick­lungs­lauf­bahn ge­se­hen wer­den, wird of­fen­kun­dig, dass ihre brei­te schu­li­sche För­de­rung Basis der Chan­cen­gleich­heit des Sys­tems ist. Der An­spruch der Chan­cen­gleich­heit in un­se­rem Bil­dungs­we­sen hat in der Co­ro­na­kri­se durch die man­geln­de För­de­rung über­fach­li­cher Kom­pe­ten­zen einen Rück­schritt er­fah­ren und ist in einen Zu­stand der Zu­fäl­lig­keit ge­ra­ten.

Die Chan­ce dafür, dass aus den Co­ro­na-be­ding­ten Pha­sen der Schul­schlie­ßun­gen kein Bil­dungs­ver­lust in Bezug auf diese Kom­pe­ten­zen, auf Chan­cen­gleich­heit und auf Re­si­li­enz im Um­gang mit zu­künf­ti­gen Kri­sen wird, liegt in der kon­se­quent ma­ni­fes­tier­ten und nicht nur schein­ba­ren Ver­knüp­fung von Un­ter­richts- und ganz­tä­gi­gen An­ge­bo­ten.

Die ganz­tä­gi­ge För­de­rung vor allem der über­fach­li­chen Kom­pe­ten­zen darf nicht län­ger nur unter „fer­ner lie­fen“ zu fin­den sein, son­dern muss in den grund­le­gen­den Ge­set­zen ver­an­kert sein.

Rechts­an­spruch auf Ganz­tags­be­treu­ung bis Jahr­gangs­stu­fe 6

Ab 2025 soll ein Rechts­an­spruch auf Ganz­tags­be­treu­ung für Kin­der im Grund­schulal­ter be­ste­hen.

Wenn diese Ver­knüp­fung von Schu­le und Ganz­tag nicht auch auf ge­setz­li­cher Ebene zu fin­den ist, wer­den viele Ak­teu­re von die­sem Rechts­an­spruch über­rascht und über­rollt. Dabei ist es jetzt eine gute Übung, in den Schu­len mit dem end­gül­ti­gen ganz­tä­gi­gen Den­ken zu be­gin­nen.

Die ver­gan­ge­nen Mo­na­te der Not­be­treu­ung haben auch ge­zeigt, dass diese Un­ter­stüt­zung eben­so für Fa­mi­li­en mit Kin­dern bis zur Jahr­gangs­stu­fe 6 in den wei­ter­füh­ren­den Schu­len be­nö­tigt wird und der Rechts­an­spruch um diese Stu­fen er­wei­tert wer­den soll­te.

Fazit

Es ist wich­tig, dass der Ganz­tag mit all sei­nen An­ge­bo­ten und Aus­ge­stal­tun­gen als Teil der Schu­le jetzt von Mi­nis­te­ri­ums­sei­te mit­ge­dacht wird und nicht immer wie­der auf Nach­fra­gen und Hin­ter­her-Steu­ern an­ge­wie­sen ist. Das würde die Ar­beit der schu­li­schen mul­ti­pro­fes­sio­nel­len Teams er­leich­tern und viele Men­schen, die für die Kin­der und Ju­gend­li­chen in den Sys­te­men ar­bei­ten, wür­den sich end­lich wert­ge­schätzt füh­len.

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Save the date: 16.09.2021 Der Ter­min für die nächs­te Fach­ta­gung steht fest

Wies­ba­den, 05.10.2020. Nach­dem die Fach­ta­gung 2020 co­ro­na­be­dingt ent­fal­len muss­te, steht nun ein Ter­min für die nächs­te Fach­ta­gung fest:

Die Fach­ta­gung und die Jah­res­haupt­ver­samm­lung des Lan­des­ver­ban­des Hes­sen 2021 fin­den am 16.09.2021 an der Tau­nus­schu­le (Ko­ope­ra­ti­ve Ge­samt­schu­le mit Ober­stu­fe) in Bad Cam­berg statt.

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Auf­ruf zur Än­de­rung des Hes­si­schen Schul­ge­set­zes - Vor­schlä­ge für eine Ge­set­zes­än­de­rung im Hes­si­schen Schul­ge­setz §15

Wies­ba­den, 22.08.2020. Die Ein­füh­rung der Halb­tags­schu­le auch an Grund­schu­len vor ca. 100 Jah­ren war eine bil­dungs- und so­zi­al­po­li­ti­sche be­son­ders aber eine päd­ago­gi­sche Fehl­ent­wick­lung in Deutsch­land und in Hes­sen, ›ge­för­der­t‹ und ›un­ter­stütz­t‹ durch die Not nach Ende des 1. aber auch 2. Welt­krie­ges, feh­len­den Schul­raums und feh­len­den Leh­rern. Diese ›Not­si­tua­tion‹ ist seit min­des­tens 50 Jah­ren wei­test­ge­hend be­reits be­en­det. Ak­tu­ell be­ste­hen­de räum­li­che und per­so­nel­le Eng­päs­se kön­nen be­ho­ben wer­den. Trotz­dem ist man bis­her nicht wie­der zur Ganz­tags­schu­le zu­rück­ge­kehrt. Auf die Grün­de soll hier nicht näher ein­ge­gan­gen wer­den.
In­zwi­schen ist be­son­ders durch die schlech­ten Er­geb­nis­se bei PISA 2000 eine er­neu­te Dis­kus­si­on zur Wie­der­be­le­bung der Ganz­tags­schu­le ent­facht. Der Aus­bau von Ganz­tags­an­ge­bo­ten wurde ver­stärkt auf­ge­nom­men, al­ler­dings als so­zi­al­po­li­ti­sche Maß­nah­me in Form über­wie­gend frei­wil­li­ger An­ge­bo­te bzw. Be­treu­ungs­an­ge­bo­te am Nach­mit­tag, ohne dass die grund­sätz­li­che Struk­tur der Halb­tags­schu­le ver­än­dert wurde. Be­son­ders die Er­geb­nis­se der StEG-Stu­di­en haben deut­lich ge­macht, dass zwar die Ver­ein­bar­keit von Schu­le und Be­rufs­tä­tig­keit von El­tern ver­bes­sert wurde, es aber zu kei­nem Abbau von Bil­dungs­un­ge­rech­tig­keit kam und die Leis­tungs­sche­re nach wie vor weit aus­ein­an­der liegt. In­zwi­schen hat sich nach der neuen Bil­dungs­stu­die 2020 der An­teil der Schü­ler*in­nen ohne Haupt­schul­ab­schluss wie­der er­höht. Gera­de die Pan­de­mie hat ge­zeigt, wie wich­tig Schu­le und be­son­ders die Ganz­tags­schu­le für Kin­der und Ju­gend­li­che ist.
Ab 2025 soll es einen Rechts­an­spruch auf Ganz­tags­be­treu­ung in Grund­schu­len geben. Dies soll­te je­doch nicht so ver­stan­den wer­den, dass ab 2025 le­dig­lich Halb­tags­schu­len mit frei­wil­li­ger Nach­mit­tags­be­treu­ung an­ge­bo­ten wer­den.
Um einer er­neu­ten bil­dungs­po­li­ti­schen und päd­ago­gi­schen Fehl­ent­wick­lung ent­ge­gen­zu­wir­ken, for­dert der Ganz­tags­schul­ver­band Hes­sen daher eine Ge­set­ze­si­ni­tia­ti­ve zur Um­set­zung des Rechts­an­spruchs auf einen Platz an einer ge­bun­de­nen und rhyth­mi­sier­ten Ganz­tags­grund­schu­le bis min­des­tens 14.30 Uhr in Wei­ter­ent­wick­lung des Pak­tes für den Nach­mit­tag/Ganz­tag.

Die Stun­den­ta­fel laut Hess. Schul­ge­setz soll­te er­gänzt wer­den durch Lern­zei­ten, Bil­dungs-, Be­treu­ungs-, und Frei­zeit­an­ge­bo­te auch in Ko­ope­ra­ti­on mit au­ßer­schu­li­schen Bil­dungs­trä­gern. Der Ta­ge­sab­lauf wird ent­spre­chend rhyth­mi­siert mit Un­ter­richts-, Bil­dungs-, und Frei­zeit­an­ge­bo­ten am Vor- und Nach­mit­tag. Die Mit­tags­pau­se soll­te ein ge­mein­sa­mes war­mes Mit­ta­ges­sen als Teil des päd­ago­gi­schen Kon­zep­tes bein­hal­ten.
In den Jahr­gangs­stu­fen 1 - 4 fin­den ver­bind­li­che Un­ter­richts-, Bil­dungs-, und Frei­zeit­an­ge­bo­te bis min­des­tens 14.30 Uhr statt. An diese ge­mein­sa­me, ge­bun­de­ne Kern­zeit soll­ten sich ab 14.30 Uhr dann of­fe­ne Bil­dungs- und Be­treu­ungs­an­ge­bo­te bis min­des­tens 16.00 Uhr an­schlie­ßen, die frei­wil­lig, je­doch nach Ein­wahl ver­bind­lich be­sucht wer­den kön­nen. Je nach Be­darfs­la­ge kön­nen sich dann noch Rand­be­treu­un­gen (Früh- und Spät­be­treu­ung) an­schlie­ßen.
Der Be­darf an Ganz­tags­an­ge­bo­ten wird auf 80 bis 90% ge­schätzt. Al­lein die­ser hohe Be­darf recht­fer­tigt ein Ganz­tags­kon­zept, nach dem alle Kin­der einer Grund­schu­le bis min­des­tens 14.30 Uhr ver­bind­lich und rhyth­mi­siert ge­mein­sam ler­nen, spie­len und so­zia­le Er­fah­run­gen ma­chen. Das päd­ago­gi­sche Ganz­tags­kon­zept muss den Vor- und Nach­mit­tag sinn­voll mit­ein­an­der ver­knüp­fen. Pha­sen der An – und Ent­span­nung soll­ten sich ab­wech­seln und den für Kin­der so wich­ti­gen Bil­dungs­a­spekt durch Un­ter­richt und durch au­ßer­un­ter­richt­li­che An­ge­bo­te be­glei­tet durch qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal in mul­ti­pro­fes­sio­nel­len Teams si­cher­stel­len.
Im Rah­men eines ver­bind­li­chen Kon­zep­tes bis 14.30 Uhr bleibt noch ge­nü­gend Zeit für au­ßer­schu­li­sche Ak­ti­vi­tä­ten in Sport­ver­ei­nen, Mu­sik­schu­len u.a. au­ßer­halb der Schul­zei­ten, für die­je­ni­gen, die die of­fe­nen An­ge­bo­te nicht nut­zen möch­ten.
In der Um­set­zung soll­te mit der Grund­schu­le ab 2021 mit Klas­se 1 und 2 oder auch mit allen Klas­sen be­gon­nen wer­den. Die in den Jahr­gän­gen 5 und 6 in fast allen Re­gio­nen mas­siv stei­gen­den Zah­len der An­mel­dun­gen zei­gen, dass eine schritt­wei­se Er­wei­te­rung des Kon­zep­tes auf die Klas­sen 5 und 6 wün­schens­wert wäre.
Der Lan­des­ver­band Hes­sen im Ganz­tags­schul­ver­band e.V. sieht in der Stel­lung­nah­me des Bun­des­ver­ban­des vom 20. 08. 2020 zum ak­tu­el­len Stand der De­bat­te um den Rechts­an­spruch auf Ganz­tags­be­treu­ung im Grund­schulal­ter die Grund­la­ge für den An­trag des Lan­des­ver­ban­des.

Guido Seel­mann-Eg­ge­bert, Vor­sit­zen­der des Lan­des­ver­ban­des HESSEN, Ganz­tags­schul­ver­band e.V.

Dow­n­load des Auf­rufs

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"Ganz­tags­schu­le als Re­gel­schu­le" - Pres­se­er­klä­rung des Lan­des­ver­ban­des zum Leit­ar­ti­kel im Wies­ba­de­ner Ku­ri­er vom 06.07.2020

Wies­ba­den, 07.07.2020.

Der Ganz­tags­schul­ver­band Hes­sen un­ter­stützt die For­de­rung von Fried­rich Roein­gh nach einem Sys­tem­wech­sel in Hes­sen hin zur rhyth­mi­sier­ten Ganz­tags­schu­le in ge­bun­de­ner Kon­zep­ti­on an allen Schu­len Hes­sens, vor allem an Grund­schu­len.

Gera­de auf dem Hin­ter­grund der Pan­de­mie wur­den die Schwä­chen des Bil­dungs­sys­tems in Hes­sen sicht­bar. Na­tür­lich ist die Ganz­tags­schu­le nicht fa­mi­li­en­feind­lich, wie die For­schungs­er­geb­nis­se der letz­ten Jahre ge­zeigt haben. In der StEG-Stu­die (Stu­die zur Ent­wick­lung von Ganz­tags­schu­len) wurde nach­ge­wie­sen, dass Kin­der und El­tern sich sogar bes­ser ver­ste­hen, wenn die Kin­der eine Ganz­tags­schu­le be­su­chen. Schu­le wurde in Deutsch­land, wie in an­de­ren eu­ro­päi­schen Staa­ten, immer ganz­tä­gig ge­führt. Erst vor ca. 100 Jah­ren wurde die Halb­tags­schu­le in Deutsch­land, nicht aus päd­ago­gi­scher Ein­sicht, son­dern u.a. auch ein­ge­führt, damit die Ju­gend­li­chen am Nach­mit­tag in Kriegs­vor­be­rei­tung durch Ex­er­zie­ren und sport­li­che Be­tä­ti­gung ein­ge­stimmt wer­den soll­ten. Kai­ser Wil­helm II. hatte 1890 dazu eine un­rühm­li­che Rede ge­hal­ten. Der ‚Son­der­weg‘ Deutsch­lands in die Halb­tags­schu­le war eine bil­dungs­po­li­ti­sche, so­zi­al­po­li­ti­sche und päd­ago­gi­sche Fehl­ent­wick­lung, deren Fol­gen heute noch sicht­bar sind.

Das deut­sche Bil­dungs­sys­tem ist einer Stu­die der Er­zie­hungs­wis­sen­schaft­le­rin Prof. Dr. Nina Kol­leck von der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin zu­fol­ge er­heb­lich von so­zia­len Un­gleich­hei­ten auf ver­schie­de­nen Ebe­nen ge­prägt.

Es gebe al­ler­dings Maß­nah­men, mit denen so­zia­le Un­gleich­hei­ten ver­min­dert wer­den könn­ten. Zu be­son­ders viel­ver­spre­chen­den Kon­zep­ten zäh­len der Stu­die zu­fol­ge Ganz­tags­schu­len, Bil­dungs­ver­bün­de sowie Ini­tia­ti­ven zur Op­ti­mie­rung der Über­gän­ge von der Grund­schu­le in die Se­kun­dar­schu­le. "Es spricht viel dafür, dass die Um­set­zung die­ser Kon­zep­te dazu bei­tra­gen kann, die Chan­cen­ge­rech­tig­keit im deut­schen Bil­dungs­sys­tem zu ver­bes­sern."

Die neu­er­dings fest­ge­stell­te Zu­nah­me von Kin­dern ohne Bil­dungs­ab­schluss müss­te ein Alarm­si­gnal sein.

Mit Ganz­tags­an­ge­bo­ten an Schu­len ist es aber nicht getan. Sie füh­ren zu kei­ner grund­le­gen­den Ver­än­de­rung, son­dern sind le­dig­lich eine Er­gän­zung der Halb­tags­schu­le, um El­tern die Be­rufs­tä­tig­keit zu er­mög­li­chen.

Mit dem ge­gen­wär­tig do­mi­nie­ren­den of­fe­nen Or­ga­ni­sa­ti­ons­mo­dell, d. h. einer frei­wil­li­gen Teil­nah­me der Schü­le­rin­nen und Schü­ler, kön­nen die päd­ago­gi­schen Mög­lich­kei­ten einer fle­xiblen Zei­t­or­ga­ni­sa­ti­on über den gan­zen (Schul-)Tag nicht hin­rei­chend aus­ge­schöpft wer­den. Eine so wich­ti­ge Rhyth­mi­sie­rung des Ta­ge­sab­laufs ist somit kaum mög­lich. Al­ler­dings brau­che es auch Gel­der für die ver­läss­li­che Schu­le nicht nur am Vor­mit­tag, son­dern auch am Nach­mit­tag, wenn re­gu­lä­rer Un­ter­richt am Nach­mit­tag er­teilt wird, damit ggf. re­gu­lä­re Aus­fall­stun­den mit Fach­per­so­nal und nicht mit ex­ter­nen Aus­hilfs­kräf­ten oder sogar päd­ago­gisch un­aus­ge­bil­de­ten Per­so­nen durch­ge­führt würde, wie der 1. Vor­sit­zen­de, Guido Seel­mann-Eg­ge­bert in sei­ner Stel­lung­nah­me, ab­schlie­ßend fest­stellt.

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Neu­er­schei­nung in der Reihe Schul­ge­schicht­li­che Ab­hand­lun­gen der Aka­de­mie für Ganz­tagspäd­ago­gik, ein Buch des hes­si­schen Lan­des­vor­sit­zen­den zur Schul­ge­schich­te in Hes­sen:

Wies­ba­den/Hilt­pold­stein 02.06.2020.

GANZTAGSSCHULE ODER HALBTAGSSCHULE?

Zeit­kon­zep­te in Hes­sen vom Mit­tel­al­ter bis ins 20. Jahr­hun­dert

Bd. 2 der Reihe Schul­ge­schicht­li­che Ab­hand­lun­gen
Guido Seel­mann-Eg­ge­bert
ISBN: 978-3-946109-25-9 136 Sei­ten, zahlr. Ab­bil­dun­gen, 14.95 Euro

Zu den ak­tu­ell wich­tigs­ten bil­dungs­po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen ge­hört der Aus­bau von Ganz­tags­an­ge­bo­ten in allen Schul­for­men. Wie aber sah frü­her ein Schul­tag aus – wann fing der Un­ter­richt an, wie lange dau­er­te eine Schul­stun­de, wann war die Schu­le zu Ende? An­hand von zahl­rei­chen Bei­spie­len und Ori­gi­nal­stun­den­plä­nen ver­folgt der Band die wech­sel­vol­le Ge­schich­te un­ter­schied­li­cher schu­li­scher Zeit­kon­zep­te in Hes­sen und der De­bat­ten darum.

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Of­fe­ner Brief an das Hes­si­sche Kul­tus­mi­nis­te­ri­um zur Ab­wick­lung der Abrech­nung der Ganz­tags­mit­tel

Wies­ba­den, 21.04.2020.

An das HKM,

Frau MR Cor­ne­lia Lehr,

Ab­wick­lung der be­wil­lig­ten Zu­wen­dun­gen für das Schul­jahr 2019/2020 im Be­reich der ganz­tä­gi­gen An­ge­bo­te/Pakt für den Nach­mit­tag in Folge des Co­ro­na­vi­rus“ (26.03.2020) des hes­si­schen Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums.

Stel­lung­nah­me des Ganz­tags­schul­ver­ban­des e.V. Hes­sen:

Sehr ge­ehr­te Frau Lehr,

Mit dem Auf­kom­men der Co­ro­na-Pan­de­mie und der damit ver­bun­den Schul­schlie­ßun­gen kön­nen auch die An­ge­bo­te des Ganz­tags nicht im ge­wohn­ten Maße statt­fin­den.

Der hes­si­sche Ganz­tags­schul­ver­band be­wer­tet die zeit­na­he An­pas­sung der „Ab­wick­lung der be­wil­lig­ten Zu­wen­dun­gen für das Schul­jahr 2019/2020 im Be­reich der ganz­tä­gi­gen An­ge­bo­te/Pakt für den Nach­mit­tag in Folge des Co­ro­na­vi­rus“ (26.03.2020) des hes­si­schen Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums po­si­tiv und sieht darin u.a. eine zu­min­dest an­satz­wei­se Ge­währ­leis­tung der Qua­li­täts­stan­dards ganz­tä­gig ar­bei­ten­der Schu­len in Hes­sen.

Hes­si­sche Schü­le­rin­nen und Schü­ler be­kom­men die schu­li­schen Auf­ga­ben mo­men­tan weit­ge­hend über di­gi­ta­le Wege ver­mit­telt. Diese neuen di­gi­ta­len Wege des Schul­un­ter­richts ber­gen viele Chan­cen, aber auch Ri­si­ken in sich. Nicht jede Schü­le­rin bzw. jeder Schü­ler hat Zu­gang zu einem Com­pu­ter oder Smart­pho­nes; es gibt Fa­mi­li­en, die Sprach­schwie­rig­kei­ten haben, deren Mut­ter­spra­che nicht Deutsch ist und es kann nicht immer ge­währ­leis­tet wer­den, dass die Lehr­kräf­te alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler er­rei­chen. Hinzu kommt, dass El­tern ihre Kin­der beim Ho­me­schoo­ling nicht immer un­ter­stüt­zen kön­nen. So­wohl die häus­li­che Aus­stat­tung mit der di­gi­ta­len Hard­wa­re, wie auch die di­gi­ta­len Kom­pe­ten­zen der Schü­le­rin­nen und Schü­ler sind un­ter­schied­lich und nicht jede Schü­le­rin bzw. jeder Schü­ler ist in der Lage, selbst­stän­dig und struk­tu­riert zu ar­bei­ten. Sol­che Fä­hig­kei­ten sind bei Schü­le­rin­nen und Schü­lern, die leis­tungs­stär­ker sind, häu­fig aus­ge­präg­ter vor­han­den. Di­gi­ta­les Ler­nen kann des­halb zu einer Ver­stär­kung der Chan­cen-Un­gleich­heit füh­ren. Laut der jüngs­ten Ver­öf­fent­li­chung der na­tio­na­len Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten, Leo­pol­di­na, ist zu be­fürch­ten „…dass die Krise in Deutsch­land, oh­ne­hin stark aus­ge­präg­te so­zia­le Un­gleich­heit in Bezug auf Zu­gän­ge zu Be­treu­ung und Un­ter­richt sowie in Bezug auf Lern­leis­tun­gen und Bil­dungs­er­fol­ge ver­stärk­t…“ (Drit­te Ad-hoc-Stel­lung­nah­me: Co­ro­na­vi­rus Pan­de­mie – Die Krise nach­hal­tig über­win­den, Leo­pol­di­na, Halle, 13. 04. 2020).

Dem ge­gen­über­zu­stel­len ist die Ver­öf­fent­li­chung im hes­si­schen Amts­blatt 05/18, wo­nach die An­ge­bo­te von ganz­tä­gig ar­bei­ten­den Schu­len in Hes­sen, die He­te­ro­ge­ni­tät der Schü­ler­schaft be­rück­sich­ti­gen, das För­der­kon­zept der Schu­le mit­ein­be­zie­hen und die Fä­hig­keit zum selbst­ge­steu­er­ten Ler­nen stüt­zen sol­len.
(vgl. https://hes­si­sches-amts­blatt.de/wp-con­tent/plug­ins/pdf-view­er/sta­ble/web/view­er.html?file=/wp-con­tent/uploads/on­li­ne_pdf/pdf_2018/05_2018.pdf)

Die am 26.03.2020 ver­öf­fent­lich­ten Hin­wei­se und ge­än­der­ten Vor­ga­ben sind ein po­si­ti­ves Bei­spiel dafür, dass mi­nis­te­ria­le Be­schlüs­se, die sich nah am All­tag der Schu­len hal­ten, in un­ter­stüt­zen­der Weise auf die sinn­vol­le Ver­aus­ga­bung von Lan­des­mit­teln ein­wir­ken kön­nen und dar­über hin­aus selbst in Kri­sen­zei­ten als Motor für Qua­li­täts­maß­nah­men wir­ken kön­nen.

Im ak­tu­el­len Fall gibt das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um ganz­tä­gig ar­bei­ten­den Schu­len Spiel­räu­me, die es ei­ner­seits er­mög­li­chen, zu­ver­läs­si­gen und zum Teil lang­jäh­ri­gen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern, neben dem Ein­satz in der Not­be­treu­ung, die Ar­beit im Schulall­tag zu er­hal­ten. Sie bie­ten aber auch Frei­räu­me, um in Zei­ten der Schul­schlie­ßung, im Sinne der Qua­li­täts­merk­ma­le ganz­tä­gig ar­bei­ten­der Schu­len, die Ent­wick­lung der Schü­le­rin­nen und Schü­ler zu un­ter­stüt­zen.

Ganz be­son­ders wich­tig ist es, dabei zu be­to­nen, dass durch die ak­tu­el­len An­pas­sun­gen, das, als ge­fähr­det be­zeich­ne­te Qua­li­täts­merk­mal der Chan­cen­gleich­heit, durch Ganz­tags­mit­tel ge­för­dert wer­den kann. Es ist z. B. mög­lich, Ganz­tags­mit­ar­bei­ter ein­zu­set­zen, die an­bie­ten, ein­zel­ne Schü­le­rin­nen und Schü­ler te­le­fo­nisch oder per Chat oder Vi­deo­kon­fe­renz bei den Schul­ar­bei­ten zu­hau­se zu be­glei­ten. Das kann sogar so weit gehen, dass, wie zum Bei­spiel an der Tau­nus­schu­le in Bad Cam­berg, eine täg­li­che Beglei­tung in ab­ge­stimm­ten Zeiträu­men, die einen rhyth­mi­sier­ten Ta­ge­sab­lauf för­dert, an­ge­bo­ten wer­den kann. So kön­nen Schü­le­rin­nen und Schü­ler durch ihnen be­kann­te, im Um­gang mit schu­li­schen Auf­ga­ben er­fah­re­ne, Ganz­tags­mit­ar­bei­ter dabei un­ter­stützt wer­den, in Zei­ten der Schul­schlie­ßung, zu­hau­se Struk­tu­ren selbst­stän­di­gen Ler­nens und Ar­bei­tens zu ent­wi­ckeln.

Die Hin­wei­se des Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums hel­fen den hes­si­schen Schu­len mit ganz­tä­gi­gem An­ge­bot, Si­cher­heit für die Ab­wick­lung der An­ge­bo­te zu er­hal­ten und wei­ter­hin, wenn auch be­schränkt, im Sinne der Qua­li­täts­merk­ma­le ganz­tä­gig ar­bei­ten­der Schu­len zu ar­bei­ten.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

G. Seel­mann-Eg­ge­bert,

(Lan­des­vor­sit­zen­der)

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Die Fach­ta­gung des Ganz­tags­schul­ver­ban­des Lan­des­ver­band Hes­sen am 13. Mai 2020 in Raun­heim muss lei­der ent­fal­len

Wies­ba­den, 26.03.2020

Liebe Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen,

so­fern Sie sich für un­se­re Fach­ta­gung am 13. 5. 2020 in Raun­heim an­ge­mel­det oder In­ter­es­se an der Teil­nah­me haben, müs­sen wir Ihnen lei­der mit­tei­len, dass diese Fort­bil­dung auf Grund der der der­zei­ti­gen Ge­sund­heits­kri­se aus­fällt. Das HKM hat alle Leh­rer­fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen bis zu den Som­mer­fe­ri­en ab­ge­sagt. Wer sich be­reits zur Fach­ta­gung an­ge­mel­det hat, muss sich jetzt nicht mehr ab­mel­den. Wir be­dau­ern die Ab­sa­ge sehr, weil wir uns schon mit viel Mühe und Ar­beit dar­auf vor­be­rei­tet haben. Aber es sind eben auch be­son­de­re Zei­ten. Falls es uns ge­lin­gen soll­te, die Fach­ta­gung auf den kom­men­den Herbst zu ver­schie­ben, wer­den wir Sie recht­zei­tig dar­über in­for­mie­ren. Aber zur­zeit kön­nen wir dazu nichts fest­le­gen. Wir bit­ten um Ver­ständ­nis.

Wir wün­schen Ihnen alles Gute und blei­ben Sie vor vor allem ge­sund!

Herz­li­che Grüße

Guido Seel­mann-Eg­ge­bert

Lan­des­vor­sit­zen­der des Ganz­tags­schul­ver­ban­des HESSEN

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Mo­dell­pro­jekt »in­klu­si­ve ge­bun­de­ne Ganz­tags­grund­schu­le bis 14.30 Uhr«

Stel­lung­nah­me des Lan­des­ver­ban­des Hes­sen

Wies­ba­den, 29.02.2020

(Foto co­py­right darm­stadt.de)

Einen in­ter­essan­ten und bis­her ein­ma­li­gen Weg geht der »Bil­dungs­bei­rat der Bil­dungs­re­gi­on Darm­stadt & Darm­stadt-Die­burg« in Süd­hes­sen. Er plant einen An­trag zu einem Mo­dell­pro­jekt »in­klu­si­ve ge­bun­de­ne Ganz­tags­grund­schu­le bis 14.30 Uhr in der Bil­dungs­re­gi­on Darm­stadt & Darm­stadt-Die­burg«.

► Lesen Sie hier die Stel­lung­nah­me des Lan­des­ver­ban­des Hes­sen.

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Von der Ganz­tags­schu­le zur Halb­tags­schu­le in Hes­sen

Wies­ba­den, 24.10.2019

In der SchulVer­wal­tung, Fach­zeit­schrift für Schul­ent­wick­lung und Schul­ma­na­ge­ment für Hes­sen und Rhein­land-Pfalz 24. Jg. 10/2019 er­schi­en ein Auf­satz von Guido Seel­mann-Eg­ge­bert, der die his­to­ri­sche Ent­wick­lung von der Ganz­tags­schu­le zur Halb­tags­schu­le in Hes­sen the­ma­ti­siert.

Guido Seel­mann-Eg­ge­bert schreibt zur Ent­ste­hung der Halb­tags­schu­le in Hes­sen:

Wer die ak­tu­el­len Dis­kus­sio­nen und Ent­wick­lun­gen der Päd­ago­gik ver­ste­hen will, soll­te auch ihre Ent­ste­hungs­ge­schich­te und Ent­wick­lung ken­nen. Al­bert Reble schrieb, dass "die his­to­ri­sche Päd­ago­gik ihre Le­gi­ti­ma­ti­on darin fin­det, dass die Ge­gen­wart in ihrer Viel­schich­tig­keit, ihren Span­nun­gen und Viel­schich­tig­kei­ten (,,,) auch im päd­ago­gi­schen Be­reich (...) nicht zu ver­ste­hen ist, wenn man nicht weiß (...), wie sie aus der Ver­gan­gen­heit her­aus­ge­wach­sen ist." (Reble 1965 S.12). Die heute noch viel­fach in Deutsch­land üb­li­che Halb­tags­schu­le ist ein his­to­risch neues Phä­no­men aus dem 19. Jahr­hun­dert.

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Stel­lung­nah­me des Lan­des­ver­ban­des Hes­sen zum Ganz­tags­aus­bau in Hes­sen

Hes­sen, 29.06.2018

In einer Pres­­se­er­­klä­rung vom 19. Juni 2018 be­tont Kul­tus­­mi­­nis­ter Lorz: „Wir haben so viele An­trä­­ge zum Ganz­­tags­aus­­bau ge­­neh­­migt wie nie zuvor.“

Im Wahl­jahr 2018 stellt sich Lorz selbst ein her­vor­­ra­­gen­­des Er­­ge­b­­nis beim Aus­­bau ganz­tä­­gig ar­­bei­ten­­der Schu­len aus. So wird er­wähnt, dass 25 von 33 Schul­trä­­gern mit­t­­ler­wei­le am Pakt für den Nach­­mit­­tag teil­­neh­­men. Er ver­­­gisst aber dabei zu sagen, dass zu Be­­ginn der Le­­gis­la­tur­­pe­ri­o­de die Ab­­sicht be­­stand, dass alle Schul­trä­­ger bis zum Ende der Le­­gis­la­tur­­pe­ri­o­de am Pakt für den Nach­­mit­­tag teil­­neh­­men und auch mög­­lichst alle Grun­d­­schu­len in den Pakt gehen. Davon sind wir aber in Hes­­sen al­­ler­­dings weit ent­­fernt. Le­­dig­­lich ca. 20% der Grun­d­­schu­len neh­­men im Schul­jahr 2018/2019 am PfN teil. KM Prof. Dr. Lorz hebt her­vor, dass mehr als 70% der Schü­le­rin­­nen und Schü­­ler in Hes­­sen Ganz­­tags­an­­ge­­bo­te in An­­spruch neh­­men kön­­nen. Auch dies trifft nicht zu, weil viele Schu­len be­­son­­ders im Pro­­fil 1 und auch im PfN gar nicht in der Lage wären, allen Schü­­lern ein Ganz­­tags­an­­ge­­bot zu ge­wäh­ren. Dafür reicht so­wohl die räum­­li­che als auch die per­­so­­nel­le Ka­pa­­zi­tät vie­­ler Grun­d­­schu­len nicht aus.

Somit wird aber die Wahl­frei­­heit der El­tern er­he­b­­lich ein­­ge­schränkt. Lorz be­tont auch, dass in­­­zwi­­schen 107 Schu­len ge­­bun­­de­­ne Ganz­­tags­­schu­len sind. Davon sind aber über 50% För­­der­­schu­len und le­­dig­­lich 5-7 Grun­d­­schu­len. Ein Gym­na­­si­um ist über­­haupt nicht dabei. Dabei wäre es durch­­aus wün­­schens­wert, wenn Gym­na­­si­en auch eine echte Ganz­­tags­­klas­­se hät­ten, damit El­tern auch hier eine Wahl­frei­­heit ge­währt würde. Si­cher hat sich in der ver­­­gan­­ge­­nen Le­­gis­la­tur­­pe­ri­o­de in Rich­tung Ganz­­tag­s­ent­wick­­lung in Hes­­sen etwas getan. Der Rück­­stand ge­­gen­­über den an­­de­ren Bun­­des­län­­dern war er­he­b­­lich, be­­son­­ders im Grun­d­­schul­­be­reich, wo Hes­­sen zu­letzt einen letz­ten Platz im Ver­­gleich der Bun­­des­län­­der be­leg­te. Der Schwer­­punkt der Ent­wick­­lung in Hes­­sen liegt aber nach wie vor beim Aus­­bau von Schu­len mit Ganz­­tags­an­­ge­­bo­ten und nicht von Ganz­­tags­­schu­len. Damit kommt man zwar dem Wunsch vie­­ler El­tern nach Be­treu­ung am Nach­­mit­­tag ent­­ge­­gen aber es ist kein Bei­­trag zu mehr Chan­­cen­­ge­rech­tig­keit von Kin­­dern und einer wün­­schens­wer­ten Ver­­bes­­se­rung von Schü­­ler­leis­tun­­gen. In einem In­ter­view mit der E & W mach­te der Dor­t­­mun­­der Bil­­dungs­­­for­­scher WILFRIED BOS deut­­lich: „Der quan­ti­ta­ti­­ve Aus­­bau der Ganz­­tags­­schu­len habe zwar für die Ver­ein­­bar­keit von Fa­­mi­­lie und Beruf viel ge­­bracht…Für mehr Bil­­dungs­­­ge­rech­tig­keit brau­che der Ganz­­tag aber deut­­lich mehr Qua­­li­tät.“

BOS sieht er­he­b­­li­chen Ver­­bes­­se­rungs­­­be­darf und stellt fest: „Wirk­­lich er­­fol­g­reich sind nur die ge­­bun­­de­­nen Mo­­del­le, bei denen alle Kin­­der an den An­­ge­­bo­ten teil­­neh­­men – mit Rhy­th­­mi­­sie­rung des Un­ter­richts und För­­de­rung durch gut aus­­­ge­­bil­­de­tes Per­­so­nal.“ [1]

Laut IFO In­s­ti­tut von 2015 wün­­schen sich in­­­zwi­­schen über 50% der El­tern für ihr Kind eine rhy­th­­mi­­sier­te Ganz­­tags­­schu­le in ge­­bun­­de­­ner Kon­­zep­ti­on. Hes­­sen kann je­­den­falls die­­sen El­ter­n­an­­spruch nicht er­­fül­len. Wir wün­­schen uns daher von einer kün­f­ti­­gen Lan­­des­re­­gie­rung, dass sie den Schwer­­punkt der Ganz­­tags­­schul­ent­wick­­lung auf den Aus­­bau von rhy­th­­mi­­sier­ten Ganz­­tags­­schu­len in ge­­bun­­de­­ner Kon­­zep­ti­on legt.

Guido Seel­­mann-Eg­­ge­­bert, Lan­­des­vor­­­sit­­zen­­der Hes­­sen

[1] Bos, Wil­fried; In­ter­view mit K. Irle; in: Er­­zie­hung und Wis­­sen­­schaft; 7/8 Aus­­ga­­be 2017, S. 10.